Antihistaminika und Kortison
Antihistaminika sind Arzneimittel, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin blockieren und so allergische Symptome wie Heuschnupfen, Hautrötungen oder Juckreiz abschwächen. Cortison zählt dagegen zu den Glukokortikoiden, wird im Körper in Cortisol umgewandelt und entfaltet eine starke entzündungshemmende und immunsystemunterdrückende Wirkung. Während Antihistaminika gezielt die Histaminrezeptoren hemmen, wirkt Cortison umfassender auf Entzündungs- und Immunreaktionen und kommt daher bei ausgeprägten Allergien, Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen zum Einsatz.
Kurz gefasst:
- Antihistaminika: schnelle Symptomlinderung bei akuten Allergien
- Kortison: stärker, für chronische oder schwere Entzündungen
- Kombination: Eine Kombination bei schweren allergischen Reaktionen ist möglich
- Wirkung: Beide behandeln Symptome, nicht die Ursache (nur Immuntherapie kann dauerhaft helfen)
Was gibt es noch zu wissen?
Antihistaminika sind Medikamente, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin blockieren. Da Histamin an allergischen Reaktionen beteiligt ist und Beschwerden wie Juckreiz, Schwellungen, Rötungen oder vermehrte Schleimproduktion auslöst, können Antihistaminika diese Symptome schnell lindern. Besonders häufig kommen Antihistaminika bei Heuschnupfen, Nesselsucht und allergischen Hautreaktionen zum Einsatz. Moderne Präparate sind meist gut verträglich und machen weniger müde als ältere Mittel.
Kortison gehört zu den Glukokortikoiden und wird im Körper zu dem entzündungshemmenden Hormon Kortisol umgewandelt. Aufgrund seiner starken entzündungshemmenden und immunsuppressiven Wirkung wird es bei schweren Allergien, Asthma, Hauterkrankungen und chronisch-entzündlichen Beschwerden eingesetzt. Es kann als Tablette, Spritze, Creme oder Inhalationspräparat verabreicht werden. Trotz seiner hohen Wirksamkeit sind bei längerer Anwendung Nebenwirkungen möglich, weshalb es nur unter ärztlicher Aufsicht angewandt werden sollte.
Apotheken sind zentrale Anlaufstellen für Fragen zu Allergiemedikamenten, Wirkstoffen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und richtigen Einnahmeempfehlungen (inkl. rezeptfrei vs. rezeptpflichtig). Viele bieten auch Arzneimittel-Informationsservices (z. B. Medikationsplan-Updates und fachliche Beratung). Apotheken in Rottweil und Umgebung finden Sie hier.
Fachärztliche Praxen mit dem Schwerpunkt Allergologie (z. B. Dermatologie, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Pneumologie) klären u. a. den Einsatz von Antihistaminika und Kortison (siehe Arztsuche - Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg)
Risiken von Antihistaminika
Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden und Schwindel. Zudem können Wechselwirkungen auftreten, etwa mit Schmerzmitteln oder Antidepressiva. Vor der Einnahme ist ärztlicher Rat wichtig, besonders für Schwangere, Stillende und Kinder. Eine langfristige Anwendung ohne ärztliche Kontrolle kann zu Abhängigkeit führen: Der Körper gewöhnt sich an die schlaffördernde Wirkung, wodurch Schlaf ohne Medikamente schwerfällt. Häufig entsteht eine Toleranz, sodass höhere Dosen nötig werden.
Risiken von Kortison
Auch bei niedrigen Dosen können Nebenwirkungen auftreten: Abhängigkeit, Ausfall der körpereigenen Kortisolproduktion, typische Veränderungen wie Vollmondgesicht oder Büffelnacken, Muskelschwäche, erhöhter Blutzucker bis Diabetes, Infektanfälligkeit, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Probleme, Magengeschwüre bei gleichzeitiger Einnahme anderer Rheumamittel, Augen- und Hautschäden. Langzeittherapien erfordern Vorsicht: Impfungen sollten vollständig sein, ein Notfallpass ist ratsam. Vorbeugend helfen gesunde Ernährung, wenig Salz und Zucker, Bewegung sowie Verzicht auf Rauchen.
Handlungsempfehlungen
- Antihistaminika: Nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden, besonders in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern.
- Kortison: Dosierung strikt nach ärztlicher Vorgabe, Einnahme mit dem Essen. Unterstützend wirken vitamin- und eiweißreiche Ernährung, Calciumzufuhr, wenig tierisches Fett, Salz und Zucker, regelmäßige Bewegung sowie Gewichtskontrolle.
Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg / RAIZ stellt Arzneimittelinformations-Formulare bereit, mit denen Patienten, Ärzte oder Apotheken fachliche Fragen zu Wirkstoffen (wie Antihistaminika oder Kortison) stellen und beantworten lassen können: Regionale Arzneimittelinformationszentren (RAIZ)-Anfrageformular-2025.pdf
- Allergy.de (o. J.): Was hilft: Antihistaminika, Kortison oder die spezifische Immuntherapie? Online verfügbar unter: https://www.allergy.de (Zugriff: 09.12.2025).
- DocCheck Flexikon (o. J.): Antihistaminikum. Online verfügbar unter: https://flexikon.doccheck.com (Zugriff: 09.12.2025).
- DocCheck Flexikon (o. J.): Cortison. Online verfügbar unter: https://flexikon.doccheck.com (Zugriff: 09.12.2025).
- Gelbe Liste (o. J.): Antihistaminika. Online verfügbar unter: https://www.gelbe-liste.de (Zugriff: 08.12.2025).
- NetDoktor.de (o. J.): Antihistaminika: Wirkung und Anwendung. Online verfügbar unter: https://www.netdoktor.de (Zugriff: 09.12.2025).
- NetDoktor.de (o. J.): Kortison: Wirkung und Anwendung. Online verfügbar unter: https://www.netdoktor.de (Zugriff: 09.12.2025).
- PharmaWiki (o. J.): Antihistaminika. Online verfügbar unter: https://www.pharmawiki.ch (Zugriff: 08.12.2025).
- Pharmazeutische Zeitung (o. J.): Leitliniengerecht therapieren. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de (Zugriff: 09.12.2025).
- Wikipedia (o. J.): Antihistaminikum. Online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org (Zugriff: 08.12.2025).
- Wikipedia (o. J.): Cortison. Online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org (Zugriff: 08.12.2025).
Häufige Mythen
Beide Medikamente behandeln nur die Symptome (z. B. Juckreiz, Schwellung, laufende Nase).
Moderne Präparate (z. B. Loratadin, Cetirizin, Bilastin) sind kaum sedierend und gut für den Alltag geeignet.