Genetische Veranlagung und Umweltfaktoren

In Bezug auf die Genetik gibt es einige Gene, die mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Allergien verbunden sind. Zum Beispiel können Gene, die die Hautbarriere und das Immunsystem betreffen, das Risiko erhöhen eine Allergie zu entwickeln. Umweltfaktoren wie Mikrobiom, Schadstoffe oder Ernährung können dann beeinflussen, ob die Allergie tatsächlich ausbricht. 

Kurz gefasst:

  • Familiäre Häufung: Wenn ein Elternteil allergisch ist, steigt das Risiko für Kinder deutlich. Sind beide Eltern betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit noch höher.
  • Identifizierte Risikogene: Studien fanden über 40 Risikogene, die Allergien begünstigen können. Besonders häufig sind Gene beteiligt, die Immunreaktionen steuern.
  • Genetik + Umwelt: Auch wenn die genetische Veranlagung stark ist, braucht es meist den Kontakt mit einem Allergen (z. B. Pollen, Tierhaare, Hausstaub), damit eine Allergie tatsächlich ausbricht.
  • Geschlechtsabhängige Einflüsse: Studien zeigen, dass Männer und Frauen unterschiedlich anfällig für bestimmte allergische Erkrankungen sein können.
  • Epigenetik: Neben der reinen Genetik beeinflussen auch epigenetische Faktoren (z. B. Umwelteinflüsse, Ernährung, Stress) die Aktivität der Gene und damit das Allergierisiko.

Was gibt es noch zu wissen? 

Die genetische Veranlagung für Allergien beschreibt die erbliche Neigung, allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis zu entwickeln. Dabei wirken viele Gene zusammen, die das Immunsystem beeinflussen und bestimmen, wie stark es auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert. Kinder, deren Eltern Allergien haben, besitzen ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst betroffen zu sein, weil bestimmte Genvarianten die Produktion von Antikörpern und Entzündungsreaktionen begünstigen. Dennoch führt eine genetische Prädisposition nicht automatisch zu einer Allergie. Erst das Zusammenspiel mit Umweltfaktoren – etwa Luftverschmutzung, Ernährung, Infektionen in der frühen Kindheit oder die Menge an Allergenen – entscheidet darüber, ob die Veranlagung tatsächlich „aktiviert“ wird. Insgesamt entsteht eine Allergie also aus einer Kombination von erblichen Einflüssen und äußeren Bedingungen, die gemeinsam die Empfindlichkeit des Immunsystems formen.

Spezialisten in Rottweil & Umgebung mit Bezug zu genetischer Allergie‑Prädisposition (z. B. HNO-, oder Lungenfachpraxen, Hautarztpraxen mit dem Zusatz Allergologie) finden Sie unter der Arztsuche - Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg. Diese Stellen bieten u. a. Diagnostik, Beratung, Risikoabschätzung und ggf. Therapie.

Der Deutscher Allergie‑ und Asthmabund (DAAB)  bietet:

  • Beratung zu familiären Allergierisiken
  • Präventionsstrategien bei genetischer Vorbelastung
  • Fachartikel zur Vererbung von Allergien
  • Checklisten für Eltern
  • Empfehlungen für Schwangerschaft & frühe Kindheit
     

Die Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) ist spezialisiert auf Kinder mit genetischer Atopie und bietet Elternberatungen sowie die Bereitstellung entsprechender Präventionsmaterialien.

Risiken: 

  • Familiäre Häufung: Kinder von Eltern mit Allergien haben ein deutlich erhöhtes Risiko.
  • Atopie: Genetische Prädisposition für Überreaktionen des Immunsystems auf harmlose Stoffe (z. B. Pollen, Nahrungsmittel).
  • Gen-Umwelt-Interaktion: Gene allein lösen keine Allergien aus. Umweltfaktoren wie Luftschadstoffe, Tabakrauch, Ernährung und Infektionen beeinflussen Ausbruch und Schwere.
  • Epigenetik: Lebensstil und Umwelt können die Genaktivität verändern und so Allergieneigung verstärken.

Zur Primärprävention werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Ausschließliches Stillen in den ersten 4 Lebensmonaten wenn möglich. Falls dies nicht möglich ist: bei familiärer Vorbelastung (mindestens 1 Elternteil und/oder ein Geschwisterkind hat/haben Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis) hypoallergene Nahrung.
  • Beikost ab dem vollendeten 4. Lebensmonat einführen.
  • Beachten einer ausgewogenen und nährstoffdeckenden Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit und im 1. Lebensjahr (kein Meiden von bestimmten Nahrungsmitteln).
  • Impfungen nach Empfehlungen der ständigen Impfkommission.
  • Vermeidung von Übergewicht (welches mit einem erhöhten Risiko für Asthma einhergeht).
  • Keine Anschaffung von Katzen (bei familiärer Vorbelastung (s.o.)).
  • Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Innenraumklimas.
  • Verzicht auf das Rauchen und Vermeidung des Passivrauchens.
  • Minimierung der Exposition gegenüber Luftschadstoffen in Innenräumen und auch im Außenraum.
  • Zur Prävention der Hühnereiallergie sollte durcherhitztes (z. B. verbackenes oder hartgekochtes), aber nicht „rohes“ Hühnerei (auch kein Rührei) mit der Beikost eingeführt und regelmäßig gegeben werden.

Weitere interessante Informationen zum Thema Genforschung zu Allergien finden Sie auf der Interneseite des Helmholz-Instituts.

Häufige Mythen

Genetik spielt eine Rolle, aber Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, Ernährung, Infektionen und das Mikrobiom sind entscheidend für Entstehung und Ausprägung.

Auch ohne elterliche Allergien können Kinder allergisch werden – durch Umweltbelastungen, Ernährung, Hygiene oder epigenetische Einflüsse.

Es wurden bereits über 130 Genregionen mit mehr als 240 Risikogenen identifiziert

Es gibt keine vollständig allergenfreien Tierarten. Auch „hypoallergene“ Tiere können allergische Reaktionen auslösen.