Allergieprävention und Unverträglichkeiten im frühen Kindesalter

Die ersten Lebensjahre prägen das Immunsystem entscheidend. Mit gezielten Maßnahmen wie ausreichendem Stillen, einer altersgerechten Einführung von Beikost und bei Bedarf spezieller hypoallergener Säuglingsnahrung können Eltern dazu beitragen, dass Kinder seltener Allergien oder Unverträglichkeiten entwickeln.

Kurz gefasst:

  • Früh starten: Schon in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren kann man das Risiko für Allergien senken.
  • Stillen und Beikost: Babys sollten 4–6 Monate gestillt werden, Beikost ab dem 5. Monat einführen – auch Lebensmittel wie Eier, Fisch oder Erdnüsse.
  • Risikokinder: Wenn Eltern Allergien haben, kann hypoallergene Säuglingsnahrung sinnvoll sein.
  • Ziel: Das Immunsystem früh unterstützen und Allergien oder Unverträglichkeiten vorbeugen.

Was gibt es noch zu wissen? 

Allergien sind Fehlreaktionen des Immunsystems auf harmlose Stoffe (z.B. Ei, Milch, Pollen). Unverträglichkeiten hingegen sind meist Verdauungsprobleme ohne Einfluss des Immunsystems.

Wichtige Grundlagen für die Prävention im frühen Kindesalter:

  • Familiäre Vorbelastung erhöht nur die Neigung, nicht die konkrete Allergie.
  • Stillen ist gut für die Gesundheit; bei Risiko gegebenenfalls hypoallergene Säuglingsmilch in den ersten Monaten geben.
  • Beikost ab etwa dem 5. Monat, allergene Lebensmittel (Ei, Milchprodukte, Weizen, Fisch, Nüsse in sicherer Form) nicht absichtlich hinauszögern, sondern langsam und beobachtend einführen.
  • kein übertriebener Hygienefokus
  • Kuhmilchallergie:
    • Etwa 2–3 % der Säuglinge reagieren allergisch auf Kuhmilch. Wenn Stillen nicht möglich ist und ein erhöhtes Risiko besteht, kann eine spezielle hypoallergene Säuglingsnahrung sinnvoll sein.
  • Umwelt & Immunsystem:
    • Kinder, die mit Haustieren aufwachsen oder viel Kontakt zur Natur haben (z. B. auf dem Bauernhof), können seltener Allergien entwickeln. Das Immunsystem wird dadurch früh trainiert.

Robert Koch Institut (RKI), 2024: 
Im Laufe des Lebens entwickelt mehr als jedes fünfte Kind sowie über ein Drittel der Erwachsenen mindestens eine allergische Erkrankung.

Im Kindesalter sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Verhältnis: Im Erwachsenenalter erkranken Frauen häufiger als Männer, mit etwa 35 % gegenüber 24 %.

Risiken: 

  • Familiäre Allergiebelastung (Gene).​
  • Passivrauchen, Übergewicht, Schwangerschaftsdiabetes.
  • Übertriebene Hygiene (weniger Mikrobenkontakt).​

Prävention: 

  • Ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft und des Stillens (keine Diäten).
  • Beikost ab 5. Monat, Allergene früh einführen (Ei, Nüsse).
  • Rauchfrei, normales Gewicht, Impfungen, Naturkontakt.

Xb, Atos/Atos Xb (2025): Prävention von Allergien im Kindesalter: Ein umfassender Ansatz, ATOS NEWS Fachmagazin, [online] https://news.atos-kliniken.com/praevention-von-allergien-im-kindesalter-ein-umfassender-ansatz/.

Pk (2022b): Mehr als 23 Millionen Allergiker in Deutschland, Deutscher Bundestag, [online] https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-908798.

ECARF Institute GmbH (2021): Allergien in Deutschland – Zahlen & Fakten, Factsheet, [online] https://www.ecarf.org/wp-content/uploads/ecarf-factsheet-deutschland-de-final.pdf.

Robert Koch‑Institut (RKI) (2024): Themenschwerpunkt: Allergien und atopische Erkrankungen.
Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Allergien/themenschwerpunkt-allergien.html

Häufige Mythen

Nein, da ein normaler Mikrobenkontakt das Immunsystem stärken kann.

Falsch . Ein früher Kontakt kann die Toleranz fördern. Bei Symptomen gegebenenfallls hypoallergene Rassen oder gar kein Haustier haben.