Vegetarismus
Vegetarismus bezeichnet eine Ernährungsform, die auf Fleisch und Fisch verzichtet. Es werden jedoch tierische Produkte wie Milch, Eier und Honig konsumiert.
Die Grundlage des Vegetarismus bildet eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen.
Kurz gefasst:
- Verzicht auf Fleisch und Fisch
- Unterformen: Ovo-Lakto-Vegetarismus (mit Eiern und Milch), Lakto-Vegetarismus (mit Milch), Ovo-Vegetarismus (mit Eiern)
- Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Nährstoffe Vitamin B12, Eisen, Zink, Jod, Calcium sowie langkettigen Omega-3-Fettsäuren
- Die Bioverfügbarkeit von Eisen und Zink aus pflanzlichen Quellen ist teils reduziert, kann aber durch geeignete Lebensmittelkombinationen, etwa mit Vitamin C, verbessert werden
Was gibt es noch zu wissen?
Für viele bedeutet vegetarische Ernährung zunächst vor allem der Verzicht auf Fleisch. Das ist grundsätzlich korrekt, jedoch umfasst der Vegetarismus verschiedene Ausprägungen. Am häufigsten ist der Ovo-Lacto-Vegetarismus: Dabei werden Eier und Milchprodukte konsumiert, während auf Fleisch und Fisch verzichtet wird.
- Vegetarische bzw. vegane Ernährung wird in Studien häufig mit einem niedrigeren Körpergewicht (BMI) sowie tendenziell günstigeren HbA1c-Werten (Langzeitblutzuckerwert) in Verbindung gebracht.
- Vegetarische Ernährung kann bei Typ-2-Diabetes die Blutzuckerkontrolle verbessern und zu günstigen Gewichtsveränderungen beitragen, wodurch sie die medikamentöse Therapie unterstützend (nicht ersetzend) ergänzen kann.
- In Deutschland ernähren sich etwa 8 Millionen Menschen, entsprechend rund 10 % der Bevölkerung, vegetarisch.
- Der Trend wird stark von Flexitariern getragen: über 55 % der Bevölkerung reduzieren bewusst Fleischkonsum
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Herausforderungen:
- Eisen und Vitamin B12 können bei vegetarischer Ernährung schwieriger in ausreichender Menge aufgenommen werden als bei Mischkost
- Jod und Zink sollten ebenfalls besonders beachtet werden, da die Versorgung je nach Lebensmittelauswahl unzureichend sein kann
- Eine bewusste Lebensmittelauswahl und gegebenfalls Supplementierung (insbesondere bei B12) ist daher wichtig
Handlungsempfehlungen:
- Eisenreiche Lebensmittel wie Vitamin C-Quellen kombinieren
- Abwechslungsreich essen, Milchprodukte/Eier nutzen (je nach Art)
- Bei Unsicherheiten über das Ernährungsverhalten sollte mit dem Arzt/Ärztin oder Ernährungsberater Absprache gehalten werden.
Anlaufstellen & Beratung:
Verband der Diätassistenten (VDD): Bietet eine Suche nach qualifizierten Ernährungsfachkräften, die auf vegane Ernährung spezialisiert sind.
Apps:
CodeCheck: Scannen von Barcodes, um tierische Zutaten in Produkten zu identifizieren.
HappyCow: Finden von vegan-freundlichen Restaurants, Cafés und Läden in der Nähe.
Checklisten/PDFs zum Downloaden:
Bundeszentrum für Ernährung (2026): Vegetarische Ernährung. Verfügbar unter: https://www.bzfe.de/einfache-sprache/gut-essen/vegetarische-ernaehrung (Zugriff am: 29.04.2026).
Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg: Veggie – von flexi bis vegan. Verfügbar unter: https://lern-bw.de/,Lde/startseite/ernaehrungsbildung/veggie-von-flexi-bis-vegan (Letzter Zugriff am: 29.04.2026)
ProVeg: Anzahl der vegetarisch und vegan lebenden Menschen in Deutschland. ProVeg International. Verfügbar unter: https://proveg.org/de/5-pros/anzahl-vegan-vegetarischer-menschen (Letzter Zugriff am: 29.04.2026)
ProVeg Deutschland (2022): Vegan-Trend: Zahlen und Fakten zum Veggie-Markt. Verfügbar unter: https://proveg.org/de/news/vegan-trend-zahlen-und-fakten-zum-veggie-markt (Letzter Zugriff am: 29.04.2026).
Wang, T., Kroeger, C. M., Cassidy, S., Mitra, S., Ribeiro, R. V., Jose, S., Masedunskas, A., Senior, A. M. & Fontana, L. (2023): Vegetarian Dietary Patterns and Cardiometabolic Risk in People With or at High Risk of Cardiovascular Disease: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Network Open, 6(7), e2325658. Verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10369207/ (Letzter Zugriff am: 29.04.2026).
Häufige Fragen
Viele Studien zeigen bei Vegetarier und Vegetarierinnen ein geringeres Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und bestimmte Herz‑Kreislauf-Erkrankungen. Entscheidend ist aber eine insgesamt ausgewogene, wenig verarbeitete Ernährung.
- Ovo‑Lakto‑Vegetarismus (kein Fleisch/Fisch, aber Milchprodukte und Eier)
- Lakto‑Vegetarismus (kein Fleisch/Fisch/Eier, aber Milchprodukte)
- Ovo‑Vegetarismus (kein Fleisch/Fisch/Milch, aber Eier)
- Pescetarismus (man isst Fisch)
- Flexitarismus (selten Fleisch)