Medienkompetenz im digitalen Kontext

Wahrscheinlich kennen Sie das: Das Handy ist immer in Greifweite. Gerade bei Kindern steigt der Medienkonsum stetig. Darum ist es wichtig, sich mit dem Nutzen aber gerade auch mit den Gefahren der virtuellen Welt zu beschäftigen.

Um Kinder und Jugendliche für das immer wichtigere Thema Medienkompetenz zukunftsfit zu machen, bedarf es mehr als nur dem Wissen zum technischen Umgang mit digitalen Geräten. Es geht auch um das Bewerten von Quellen, um das kritische Denken über Inhalte, um einen sicheren und reflektierten Umgang mit den digitalen Medien im Alltag und einem geschulten Bewusstsein für Risiken und zu Datenschutz zum Selbstschutz.

Kurz gefasst:

Medienkompetenz im digitalen Kontext bedeutet ein kritischer, sicherer und selbstbestimmter Umgang mit digitalen Medien. Ein souveräner Umgang bei der Internetnutzung schützt vor Manipulation.

Medienkompetenz umfasst nach Dieter Baacke vier Dimensionen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.

Medienkritik: Analysieren, reflektieren und bewerten von Medieninhalten (z.B. Erkennen von Fake News) und hinterfragen des eigenen Medienkonsums (z.B. Selbstreflxion: Wie viel Zeit verbringe ich pro Tag am Smartphone?).

Medienkunde: Wissen über Mediensysteme (informativ) und die technische Bedienung von Geräten (instrumentell-qualifiaktorisch).

Mediennutzung: Auswählen und nutzen von Medienangeboten im Alltag. Wissen, wie Medien genutzt werden. 

Mediengestaltung: Eigene Medieninhalte aktiv und kreativ herstellen.

Was gibt es noch zu wissen?

Medienerziehung bedeutet, Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt zu einem verantwortungsvollen, reflektierten und sicheren Umgang mit digitalen Medien zu befähigen. Hierzu gehört ein regelmäßiger Austausch zu Medieninhalten, das bewusste Vorleben des eigenen Medienverhaltens sowie das Vermitteln von Regeln und Medienkompetenzen.

Kinder und Jugendliche brauchen Erwachsene, die sie beim Medienumgang aktiv begleiten. Wichtig ist, Interesse zu zeigen, gemeinsam Medien zu nutzen und regelmäßig über Erlebnisse im Interent zu sprechen. Klare Regeln kombiniert mit offenen Gesprächen fördern das Vertrauen und helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Eine reine Überwachung und Verbote ersetzt keine Medienerziehung.

Ein Mediennutzungsvertrag dient dazu, klare Regeln für die Mediennutzung in der Familie gemeinsam festzulegen. Beispielsweise Nutzungszeiten, Geräte, Apps und Online-Verhalten. Die Kinder sollen bei der Erstellung aktiv miteinbezogen werden, Regeln besprochen und Kompromisse gefunden werden. Eine fortlaufende Aktualisierung wird angeraten.

Mediengutscheine können alternativ oder ergänzend verwendet werden. Je nach Alter und Erfahrung des Kindes können Bildschirmzeiten bewusst und altersgerecht gesteuert werden. Das Kind lernt, die verfügbare Medienzeit selbstständig zu verwalten.

Kinder und Jugendliche sollten frühzeitig über Risiken im Internet aufgeklärt werden. Information und Sensibilsierung zu beispielsweise:

  • eigene Privatsphäre
  • Datenmissbrauch
  • Cybermobbing
  • Cybergrooming
  • sensible Inhalte
  • Fake News

Wichtig: Entscheidend ist eine offene Gesprächskultur, in der Kinder wissen, dass sie sich bei Problemen jederzeit an Erwachsene wenden können.

Technische Schutzmaßnahmen wie Jugendschutzeinstellungen, Zeitbegrenzungen oder sichere Suchmaschinen unterstützen eine altersgerechte Mediennutzung. Sie ersetzen jedoch keine Medienerziehung, bieten aber eine sinnvolle Grundlage für mehr Sicherheit im digitalen Alltag.

Medien-kindersicher.de informiert Eltern über technische Schutzlösungen für Geräte, Dienste und Apps von Kindern. Eltern werden bei der sicheren Geräteeinstellung unterstützt, da das Portal verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Smartphone, Spielekonsole, Smartwatch und vieles mehr bietet. 

Offizielle Quellen rund um das Thema

  • klicksafe.de: bietet Medienerziehungstipps für ELtern und Unterrichtsmaterialien für Pädagogische Fachkräfte sowie eine Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App.
  • medien-kindersicher.de: informiert Eltern mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu technischen Schutzlösungen für Geräte, Dienste und Apps ihrer Kinder.
  •  elternguide.online: unterstützt Eltern bei der Medienerziehung und hilft die Kinder bei der Nutzung von Apps, Spielen, Websites und sozialen Netzwerken zu begleiten.
  • internet-abc: gibt Kindern, Eltern und Lehrkräften Hilfestellungen, um sich und Kinder fit für das Internet zu machen.
  • schau-hin.info: bietet Eltern und Erziehenden Orientierung in der elektronischen Medienwelt und gibt konkrete, alltagstaugliche Tipps.
  • medienfokus-bw.de: unterstützt Eltern und pädagogische Fachkräfte mit zahlreichen Angeboten, um Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln.
  • polizeifuerdich.de: informiert Kinder und Jugendliche zu aktuellen Themenbereichen und unterstützt mit Tipps und Hilfsangeboten.

Weitere Quellen

Die Webseiten www.blinde-kuh.de oder www.fragfinn.de sind geschützte Surfräume ohne Werbung oder kostenpflichtige Angebote.

Auf www.jugendnotmail.de können Kinder und Jugendliche ihre Sorgen bei pädagogischen Fachkräften thematisieren - unkompliziert, vertraulich, kostenlos und datensicher.