Gesundheitliche Auswirkungen von Umweltfaktoren bei Hitze

Neben der direkten Belastung durch hohe Temperaturen können sich bei Hitze auch verschiedene Umweltfaktoren verstärken, die sich auf die Gesundheit auswirken können. Dazu gehören unter anderem eine erhöhte Luftbelastung, stärkere Pollenbelastung sowie die Ausbreitung bestimmter Krankheitserreger. Diese Faktoren können Beschwerden verstärken oder neu auslösen, insbesondere bei Personen mit geschwächten Immunsystem oder anderen Vorerkrankungen. So kann es beispielsweise bei schlechter Luftqualität zu Atemproblemen kommen oder Allergien können sich verstärken.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Umweltfaktoren bei Hitze eine Rolle spielen und worauf Sie achten sollten.

Kurz gefasst:

  • Ozonbelastung: Bei hohen Temperaturen kann sich vermehrt Ozon in Bodennähe bilden. Dies kann die Atemwege reizen und zu Beschwerden wie Husten, Atemproblemen oder Kopfschmerzen führen.
  • Pollenbelastung: Durch Hitze und längere Wärmeperioden verlängert sich die Pollensaison. Pollen können früher auftreten, länger in der Luft bleiben und stärkere allergische Beschwerden auslösen.
  • Pollenallergien: Die Belastung für Allergikerinnen und Allergiker kann zunehmen, da sich Pflanzen ausbreiten und mehr Pollen produzieren. Symptome wie Niesen, Juckreiz oder Atemprobleme können häufiger und intensiver auftreten.
  • Zecken: Durch mildere Temperaturen und längere warme Phasen sind Zecken länger aktiv und können sich stärker ausbreiten. Dadurch steigt das Risiko für Zeckenstiche.
  • Infektionen: Zecken können Krankheitserreger übertragen, die Infektionen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursachen können.
  • Tigermücke: Die Asiatische Tigermücke breitet sich durch steigende Temperaturen und mildere Winter zunehmend auch in Deutschland aus. Sie kann Krankheitserreger wie Dengue-, Chinkungunya- oder Zika-Viren übertragen. Um ihre Vermehrung zu verringern, sollten stehende Wasseransammlungen vermiedern und Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche genutzt werden.

Was gibt es noch zu wissen?

An heißen und sonnigen Tagen kann sich vermehrt bodennahes Ozon bilden. Dieses entsteht, wenn Luftschadstoffe unter starker Sonneneinstrahlung miteinander reagieren. Besonders bei stabilen Wetterlagen kann sich Ozon in Bodennähe anreichern und die Belastung erhöhen.

Erhöhte Ozonwerte können die Atemwege reizen und Beschwerden verursachen wie:

  • Husten
  • Atemprobleme
  • Kopfschmerzen 

Bei körperlicher Anstrengung wird mehr Luft eingeatmet, wodurch auch mehr Ozon in die Atemwege gelangt und die Belastung zusätzlich steigt.

Besonders empfindlich reagieren:

  • Kinder
  • ältere Menschen
  • Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma

Bei ihnen können Beschwerden schneller auftreten oder sich verstärken.

Die Ozonbelastung ist häufig in den Nachmittags- und frühen Abendstunden am höchsten. In dieser Zeit kann es sinnvoll sein, körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren oder auf die Morgenstunden auszuweichen.

Tipp: Ausführliche Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Ozon finden Sie hier.

Hinweis: Verlegen Sie körperlich anstrengende Aktivitäten möglichst in die kühleren Tageszeiten und achten Sie auf mögliche Beschwerden.

Durch steigende Temperaturen und häufigere Hitzeperioden verändert sich die Pollensaison deutlich. Pflanzen beginnen früher zu blühen und die Zeit, in der Pollen in der Luft sind, verlängert sich. Dadurch sind viele Menschen über einen längeren Zeitraum belastet als früher.

Hinzu kommt, dass sich durch den Klimawandel neue Pflanzenarten ausbreiten können, die besonders allergieauslösend sind. Unter bestimmten Bedingungen können Pflanzen zudem mehr Pollen produzieren, wodurch die Belastung weiter zunimmt.

Für Allergikerinnen und Allergiker bedeutet das häufig stärkere oder länger anhaltende Beschwerden wie:

  • Niesen
  • tränende Augen
  • Juckreiz
  • Atemprobleme

In manchen Fällen treten solche Symptome erstmals auf, obwohl zuvor keine Allergie bekannt war.

Zusätzlich können Luftschadstoffe die Wirkung von Pollen verstärken, wodurch sich die Beschwerden weiter verschlimmern können. Insgesamt kann sich die Belastung für Betroffene deutlich erhöhen und den Alltag spürbar beeinträchtigen.

Tipp: Weitere Informationen zu Inhalationsallergien sowie regionale Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Hinweis: Beobachten Sie Ihre Beschwerden aufmerksam und passen Sie Ihren Alltag bei hoher Pollenbelastung entsprechend an.

Durch steigende Temperaturen und mildere Winter können sich Zecken stärker ausbreiten und über einen längeren Zeitraum aktiv sein. Während sie früher vor allem in den wärmeren Monaten vorkamen, sind sie inzwischen teilweise schon im frühen Frühjahr und bis in den Herbst hinein aktiv. Dadurch erhöht sich das Risiko, mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Dazu gehören vor allem Borreliose sowie wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Eine Infektion erfolgt in der Regel durch einen Zeckenstich, bei dem die Erreger in den Körper gelangen können.

Das Risiko ist besonders hoch, wenn man sich in der Natur aufhält.

Zecken leben bevorzugt in:

  • hohem Gras
  • im Unterholz
  • in Wäldern
  • an Waldrändern

Sie können aber auch in Parks und im eigenen Garten vorkommen. Da viele Menschen sich bei warmen Wetter häufiger im Freien aufhalten, steigt das Risiko eines Zeckenbisses.

Zusätzlich kann der Klimawandel dazu beitragen, dass sich Zecken in neuen Regionen ausbreiten. Gleichzeitig verlängert sich ihre Aktivitätszeit, wodurch sich das Infektionsrisiko insgesamt erhöht.

Nicht jeder Zeckenstich führt automatisch zu einer Erkrankung. Dennoch ist es wichtig, den eigenen Körper nach Aufenthalten im Freien gründlich zu kontrollieren, da eine frühzeitige Entfernung das Risiko einer Übertragung verringern kann.

Tipp: Weitere Informationen zu Zecken, mögliche Infektionen und Schutzmaßnahmen finden Sie hier.

Hinweis: Kontrollieren Sie nach Aufenhalten im Freien insbesondere Hautbereiche wie Beine, Kniekehlen, Achseln oder den Nacken und entfernen Sie Zecken möglichst frühzeitig.

Durch steigende Temperaturen und mildere Winter können sich bestimmte Mückenarten zunehmend auch in Deutschland ausbreiten. Dazu gehört unter anderem die Asiatische Tigermücke. Wärmere Wetterbedingungen begünstigen ihre Vermehrung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mücke in neuen Regionen ansiedelt.

Die Asiatische Tigermücke kann verschiedene Krankheitserreger übertragen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Dengue-Viren
  • Chikungunya-Viren
  • Zika-Viren

In Deutschland treten solche Infektionen bislang nur selten auf. Fachstellen beobachten die Ausbreitung der Tigermücke jedoch zunehmend aufmerksam.

Hohe Temperaturen und längere warme Perioden können außerdem dazu beitragen, dass sich die Entwicklungs- und Lebensbedingungen der Tigermücke verbessern. Dadurch steigt das Risiko, dass sich die Mücke dauerhaft in bestimmten Regionen ansiedelt.

Um die Vermehrung von Mücken zu verringern, sollte stehendes Wasser möglichst vermieden werden.

Dazu zählen beispielsweise Wasseransammlungen in:

  • Blumentöpfen
  • Gießkannen
  • Eimern
  • Regentonnen

Zusätzlich können lange Kleidung, Insektenschutzmittel und Fliegengitter helfen, Mückenstiche zu reduzieren.

Tipp: Ergänzende Informationen zur Asiatischen Tigermücke und zum Schutz vor Mücken finden Sie hier.

Hinweis: Kontrollieren Sie regelmäßig Wasseransammlungen im Außenbereich, um mögliche Brutstätten für Mücken zu vermeiden.

Informationen zu gesundhetilichen Auswirkungen von Ozon und aktuelle Hinweise zur Belastung:

Ozon: Schutzschild und Reizgas zugleich

Informationen zur Veränderung der Pollensaison und Auswirkungen auf Allergiker:

Klimawandel und Pollen: Warum Allergien zunehmen

Überblick zu durch Zecken übertragene Krankheiten und Schutzmaßnahmen:

Infektionen über Zecken und Mücken

Weitere Informationen zur Tigermücke finden Sie hier:

Informationen zur Tigermücke