Krebserkrankungen

Krebserkrankungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen sich Körperzellen unkontrolliert vermehren und gesundes Gewebe verdrängen oder schädigen. Krebs kann nahezu jedes Organ oder Gewebe des Körpers betreffen und umfasst viele verschiedene Krebsarten. Dabei wird zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden, die sich in ihrem Wachstum und ihren Auswirkungen auf den Körper unterscheiden. Die Entstehung von Krebs wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst und verläuft häufig über einen längeren Zeitraum. Eine frühzeitige Erkennung sowie moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten können dazu beitragen, die Heilungs- und Behandlungschancen zu verbessern.

Kurz gefasst:

  • Was sind Krebserkrankungen? Krebserkrankungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen sich Körperzellen unkontrolliert vermehren und gesundes Gewebe schädigen oder verdrängen können.
  • Warum relevant? Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Eine frühzeitige Erkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten können die Heilungs- und Behandlungschancen häufig verbessern.
  • Wer ist besonders betroffen? Das Risiko für Krebs steigt mit zunehmendem Alter. Auch genetische Veranlagerungen sowie beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung), Alkoholkonsum, Übergewicht oder Bewegungsmangel können das Krebsrisiko erhöhen.
  • Was hilft? Je nach Krebsart können verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie Operation, Strahlen- oder Chemotherapie, Immuntherapie sowie zielgerichtete Therapien zum Einsatz kommen. Die Behandlung wird individuell geplant und an die jeweilige Erkrankung angepasst.
  • Allgemeine Maßnahmen: Ein gesunder Lebensstil, die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sowie das Vermeiden bekannter Risikofaktoren können dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  • Wohin wenden? Ansprechstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte (z.B. Onkologinnen und Onkologen), zetrifizierte Krebszentren sowie Krebsberatungsstellen.

Was gibt es noch zu wissen?

Krebs ist eine Sammelbezeichnung für viele verschiedene Erkrankungen, bei denen sich Körperzellen unkontrolliert vermehren. Normalerweise wachsen, teilen und erneuern sich Zellen nach einem genau geregelten Ablauf. Wird dieser durch Veränderung im Erbgut gestört, können sich einzelne Zellen der körpereigenen Kontrolle entziehen und sich weiter vermehren. Dadurch können Tumoren entstehen.

Krebs kann nahezu jedes Organ oder Gewebe des Körpers betreffen. Je nachdem, von welcher Zellart oder welchem Organ die Erkrankung ausgeht, entstehen unterschiedliche Krebsarten. Deshalb gibt es nicht den einen Krebs, sondern eine Vielzahl verschiedener Krebserkrankungen, die sich in ihrem Verlauf, ihren Beschwerden und ihren Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden.

Ein Tumor bezeichnet zunächst eine Gewebeneubildung und ist nicht automatisch Krebs. Es wird zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden. Während gutartige Tumoren meist langsam wachsen und sich nicht im Körper ausbreiten, können bösartige Tumore in umliegendes Gewebe einwachsen und über das Blut- oder Lymphsystem Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Die Entstehung einer Krebserkrankung ist häufig ein langer Prozess, der sich über viele Jahre entwickeln kann. Dabei spielen verschiedene Faktoren zusammen, darunter genetische Veränderungen, das Alter sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren.

Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten können heute viele Krebserkrankungen früh erkannt und erfolgreich behandelt werden.

Tipp: Weitere Informationen zum Thema Krebs finden Sie hier.

Ein Tumor bezeichnet zunächst eine Gewebeneubildung und ist nicht automatisch Krebs. Es wird zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden, die sich in ihrem Wachstum und ihren Auswirkungen auf den Körper unterscheiden.

Gutartige Tumore wachsen in der Regel langsam und bleiben auf ihren Entstehungsort begrenzt. Sie dringen nicht in das umliegende Gewebe ein und bilden keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Dennoch können auch gutartige Tumoren Beschwerden verursachen, wenn sie beispielsweise auf Nerven, Blutgefäße oder Organe drücken. Beispiele für gutartige Tumore sind Lipome (Fettgewebsgeschwülste) oder Myome der Gebärmutter.

Bösartige Tumore werden als Krebs bezeichnet. Sie wachsen unkontrolliert, können in benachbartes Gewebe einwachsen und sich über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperregionen ausbreiten. Dort können sie Metastasen bilden, die ebenfalls behandelt werden müssen. Zu den bösartigen Tumoren zählen beispielsweise Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs oder Hautkrebs.

Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, kann durch verschiedene Untersuchungen festgestellt werden. Die Unterscheidung ist wichtig, da sie die weitere Behandlung und die Prognose maßgeblich beeinflusst. Weitere Informationen zu gutartigen und bösartigen Tumoren finden Sie hier.

Die Entstehung von Krebs ist ein komplexer Prozess und lässt sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Häufig entsteht Krebs durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die über einen längeren Zeitraum Veränderungen im Erbgut von Körperzellen begünstigen können.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören insbesondere das zunehmende Alter sowie genetische Veranlagerungen oder vererbte Genveränderungen. Diese Faktoren lassen sich nicht verändern, können das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen jedoch erhöhen.

Daneben gibt es beeinflussbare Risikofaktoren, die das Krebsrisiko erhöhen können. Dazu zählen insbesondere Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und intensive UV-Strahlung. Auch bestimmte Infektionen, beispielsweise mit Humanen Papillomviren (HPV) oder Hepatitits-B- und Hepatitis-C-Viren, können das Risiko für einige Krebsarten erhöhen.

Viele dieser Risikofaktoren lassen sich durch einen gesunden Lebensstil reduzieren. Dennoch erkranken auch Menschen an Krebs, die auf ihre Gesundheit achten und keine bekannten Risikofaktoren aufweisen. Umgekehrt entwickelt nicht jeder Mensch mit einem oder mehreren Risikofaktoren eine Krebserkrankung.

Hinweis: Die Kenntnis möglicher Risikofaktoren kann dazu beitragen, das persönliche Krebsrisiko zu verringern und bewusste Entscheidungen für die Gesundheit zu treffen. Weitere Informationen zu Ursachen und Risikofaktoren von Krebs finden Sie hier.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können dazu beitragen, Krebserkrankungen oder deren Vorstufen frühzeitig zu erkennen, häufig noch bevor Beschwerden auftreten. Wird Krebs in einem Stadium entdeckt, bestehen oft bessere Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen können steigen.

In Deutschland gibt es gesetzliche Programme zur Krebsfrüherkennung für verschiedene Krebsarten. Welche Untersuchungen angeboten werden, richtet sich unter anderem nach Alter und Geschlecht. Dazu gehören beispielsweise Früherkennungsuntersuchungen auf Brustkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hautkrebs und Prostatakrebs. Die Teilnahme an den gesetzlichen Früherkennungsprogrammen ist freiwillig und die Kosten werden bei Anspruch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Krebsfrüherkennung bietet die Chance, Veränderungen frühzeitig festzustellen. Dennoch kann keine Untersuchung jede Krebserkrankung sicher erkennen oder vollständig ausschließen. Daher ist es wichtig, sich über Nutzen und mögliche Grenzen der jeweiligen Untersuchungen zu informieren und gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt eine informierte Entscheidung zu treffen.

Hinweis: Unabhängig von der Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen sollten anhaltende oder ungewöhnliche Beschwerden immer ärztlich abgeklärt werden. 

Tipp: Weitere Informationen zur Krebsfrüherkennung finden Sie hier.

Krebs kann in nahezu in jedem Organ oder Gewebe des Körpers entstehen. Je nach betroffener Körperregion unterscheiden sich die Erkrankungen in ihren Beschwerden, ihrem Verlauf und ihren Behandlungsmöglichkeiten. Zu den häufigsten Krebserkrankungen gehören Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs und Hautkrebs.

Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, kann jedoch auch Männer betreffen. Die Erkrankung entsteht meist im Drüsen- oder Milchganggewebe der Brust. Mögliche Anzeichen sind ein tastbarer Knoten, Veränderung der Brust oder der Brustwarze sowie Hautveränderungen. Wird Brustkrebs früh erkannt, bestehen häufig gute Behandlungsmöglichkeiten. Die Therapie richtet sich unter anderem nach der Art und dem Stadium der Erkrankung.


Darmkrebs

Darmkrebs entwickelt sich häufig über viele Jahre aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Da die Erkrankung im frühen Stadium oft keine Beschwerden verursacht, kommt der Krebsfrühererkennung eine besondere Bedeutung zu. Mögliche Anzeichen sind Blut im Stuhl, anhaltende Veränderung der Stuhlgewohnheiten oder ungewollter Gewichtsverlust. Die Behandlung erfolgt abhängig vom Krankheitsstadium und umfasst häufig eine Operation sowie weitere Therapien.


Lungenkrebs

Lungenkrebs entsteht überwiegend im Lungengewebe und gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Rauchen gilt als wichtigster Risikofaktor, jedoch können auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher erkranken. Zu den möglichen Beschwerden zählen anhaltender Husten, Atemnot, Brustschmerzen oder Bluthusten. Da die Erkrankung häufig erst in einem späteren Stadium erkannt wird, sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung besonders wichtig.


Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Im frühen Stadium verursacht die Erkrankung häufig keine Beschwerden und wird deshalb oft im Rahmen der Früherkennung entdeckt. Im weiteren Verlauf können unter anderem Probleme beim Wasserlassen auftreten. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung sowie den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen.


Hautkrebs

Hautkrebs umfasst verschiedene bösartige Erkrankungen der Haut, darunter den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) sowie den weißen Hautkrebs. Veränderungen von Muttermalen, neu auftretende Hautveränderungen oder schlecht heilende Hautstellen sollen ärztlich abgeklärt werden. Eine frühzeitige Diagnose verbessert häufig die Behandlungsmöglichkeiten und kann den weiteren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Weitere Informationen zu Krebserkrankungen finden Sie hier.

Die Behandlung einer Krebserkrankung richtet sich nach verschiedenen Faktoren, unter anderem nach der Krebsart, dem Krankheitsstadium, der Lage und Ausbreitung des Tumors sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Ziel der Behandlung kann es sein, den Krebs vollständig zu heilen, sein Fortschreiten zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern oder die Lebensqualität zu erhalten. Häufig werden verschiedene Behandlungsverfahren miteinander kombiniert, um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen.

Operation

Eine wichtige Behandlungsmöglichkeit ist die Operation, bei der der Tumor und gegebenenfalls umliegendes Gewebe entfernt werden. Sie wird häufig eingesetzt, wenn der Krebs örtlich begrenzt ist und vollständig entfernt werden kann.


Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen gezielt auf den Tumor gerichtet, um Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu hemmen. Dabei wird versucht, das umliegende gesunde Gewebe möglichst zu schonen. Die Strahlentherapie kann allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsverfahren eingesetzt werden.


Chemotherapie

Die Chemotherapie nutzt Medikamente, sogenannte Zytostatika, die Krebszellen im gesamten Körper bekämpfen. Sie kommt häufig zum Einsatz, wenn sich Krebszellen bereits ausgebreitet haben oder das Risiko dafür besteht. Je nach Krebsart kann sie vor oder nach einer Operation oder als eigenständige Behandlung erfolgen.


Immuntherapie und zielgerichtete Therapien

Zu den neueren Behandlungsverfahren gehören die Immuntherapie und zielgerichtete Therapien. Die Immuntherapie unterstützt das körpereigene Immunsystem dabei, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Zielgerichtete Therapien greifen bestimmte Eigenschaften oder Signalwege von Krebszellen an und können dadurch deren Wachstum gezielt hemmen. Welche Therapie geeignet ist, hängt unter anderem von den biologischen Eigenschaften des Tumors ab.


Hormontherapie und Stammzelltransplantationen

Je nach Krebsart können außerdem Hormontherapie, Stammzelltransplantationen oder weitere spezialisierte Behandlungsverfahren infrage kommen. Ergänzend spielen unterstützende Maßnahmen wie Schmerztherapie, Ernährungsberatung, psychoonkologische Betreuung oder Rehabilitation eine wichtige Rolle, um Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Hinweis: Die Behandlung einer Krebserkrankung wird individuell geplant und regelmäßig überprüft. Betroffene werden dabei von einem interdisziplinären Behandlungsteam begleitet, das die Therapie an den aktuellen Krankheitsverlauf und die persönlichen Bedürfnisse anpasst. 

Tipp: Weitere Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs finden Sie hier.

Die Diagnose Krebs kann das Leben von Betroffenen und ihren Angehörigen grundlegend verändern. Neben den körperlichen Auswirkungen der Erkrankung und ihrer Behandlung können auch psychische, soziale und berufliche Herausforderungen entstehen. Viele Betroffene erleben Ängste, Unsicherheit oder Veränderungen im Alltag, die Zeit und Unterstützung erfordern.

Nach Abschluss oder während der Behandlung spielen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, den Behandlungserfolg zu kontrollieren, mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen und Beschwerden oder Langzeitfolgen der Therapie zu behandeln. Die Nachsorge wird individuell an die jeweilige Krebserkrankung und die persönliche Situation angepasst.

Ein gesunder Lebensstil kann das allgmeine Wohlbefinden fördern und dabei helfen, die Folgen der Erkrankung oder Behandlung besser zu bewältigen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Erholung sowie der Verzicht auf Rauchen und ein maßvoller Umgang mit Alkohol. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, sollte mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgestimmt werden.

Neben der medizinischen Versorgung können auch psychoonkologische Beratung, Rehabilitation, Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen wichtige Unterstüßtzung bieten. Sie helfen dabei, mit emotionalen Belastungen umzugehen, Frgaen zum Alltag oder Beruf zu klären und den Austausch mit anderen Betroffenen zu ermöglichen. Auch Angehörige können Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Viele Menschen können trotz einer Krebserkrankung ihren Alltag schrittweise wieder aufnehmen und ihre Lebensqualität verbessern. Eine individuelle medizinische Betreuung, soziale Unterstützung und ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit können dazu beitragen, den Alltag mit Krebs bestmöglich zu gestalten.

Tipp: Weitere Informationen zum Leben mit Krebs finden Sie hier.

Hier finden Sie Informationen und Praktische Tipps zu Bewegung, Ernährung und einem gesunden Lebensstil während und nach einer Krebserkrankung:

Aktiv Leben mit Krebs

Die Broschüre bietet Angehörigen Informationen und Unterstützung für den Umgang mit einer Krebserkrankung im familiären Umfeld:

Hilfen für Angehörige

Die Patientenleitlinie informiert über psychoonkologische Unterstützung und zeigt Möglichkeiten auf, mit den psychischen und sozialen Belastungen einer Krebserkrankung umzugehen:

Patientenleitlinie Psychoonkologie

Wenn Sie sich ausführlicher über Krebserkrankungen, die Krebsfrüherkennung sowie einzelne Krebsarten informieren möchten, finden Sie auf den folgenden Seiten weitere Informationen:

Gesund gelebt – warum habe ich trotzdem Krebs?

Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung

Krebsarten