Nierenerkrankungen
Nierenerkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen, die die Funktion der Nieren beeinträchtigen können. Die Nieren übernehmen wichtige Aufgaben im Körper, indem sie das Blut filtern, Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit über den Urin ausscheiden sowie den Wasser-, Salz und Säure-Basen-Haushalt regulieren. Darüber hinaus tragen sie zur Blutdruckregulation und zur Bildung bestimmter Hormone bei. Nierenerkrankungen können plötzlich auftreten oder sich über viele Jahre schleichend entwickeln. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Nierenfunktion möglichst lange zu erhalten.
Kurz gefasst:
- Was sind Nierenerkrankungen? Nierenerkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen, die die Funktion der Nieren beeinträchtigen können. Sie können plötzlich auftreten oder sich schleichend über viele Jahre entwickeln.
- Warum relevant? Die Nieren erfüllen lebenswichtige Aufgaben, indem sie das Blut filtern, Abfallstoffe ausscheiden sowie den Wasser-, Salz- und Säure-Basen-Haushalt regulieren. Unbehandelte Nierenerkrankungen können zu einer dauerhaften Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen führen.
- Wer ist besonders betroffen? Menschen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht oder einer familiären Vorbelastung haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Nierenerkrankungen. Auch höheres Alter oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen können das Risiko erhöhen.
- Was hilft? Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung können dazu beitragen, das Fortschreiten einer Nierenerkrankung zu verlangsamen und die Nierenfunktion möglichst lange zu erhalten.
- Allgemeine Maßnahmen: Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr sowie einer guten Einstellung von Blutdruck und Blutzucker kann die Nierengesundheit unterstützen.
- Wohin wenden? Ansprechstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte für Nephrologie oder Urologie sowie spezialisierte Nierenzentren.
Was gibt es noch zu wissen?
Nierenerkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen, die die Funktion der Nieren beeinträchtigen können. Die Nieren übernehmen lebenswichtige Aufgaben, indem sie das Blut filtern, Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit über den Urin ausscheiden sowie den Wasser-, Salz- und Säure-Basen-Haushalt regulieren. Darüber hinaus tragen sie zur Blutdruckregulation und zur Bildung bestimmter Hormone bei.
Nierenerkrankungen können plötzlich auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum schleichend entwickeln. Zu den häufigsten Formen gehören die chronische Nierenerkrankung, das akute Nierenversagen, Nierensteine und Entzündungen der Nieren. Je nach Art und Schwere der Erkrankung kann die Nierenfunktion vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt sein.
Da Nierenerkrankungen insbesondere in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden verursachen, bleiben sie oft lange unbemerkt. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Nierenfunktion möglichst lange zu erhalten.
Tipp: Weitere Informationen zu Nierenerkrankungen finden Sie hier.
Nierenerkrankungen können sich in ihrer Entstehung, ihrem Verlauf und ihren Auswirkungen auf die Nierenfunktion unterscheiden. Während einige Erkrankungen plötzlich auftreten, entwickeln sich andere schleichend über viele Jahre und bleiben zunächst unbemerkt. Zu den häufigsten Nierenerkrankungen gehören die chronische Nierenerkrankung, das akute Nierenversagen, Nierensteine und die Nierenbeckenentzündung.
Chronische Nierenerkrankung
Die chronische Nierenerkrankung ist durch eine dauerhafte Einschränkung der Nierenfunktion gekennzeichnet, die sich meist langsam über Monate oder Jahre entwickelt. Da die Erkrankung häufig zunächst unbemerkt verläuft, wird sie oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Ohne eine frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung kann die Nierenfunktion weiter abnehmen und langfristig bis zum Nierenversagen führen.
Akutes Nierenversagen
Das akute Nierenversagen ist eine plötzlich auftretende Einschränkung der Nierenfunktion, die sich innerhalb kurzer Zeit entwickelt. Die Nieren können ihre Aufgaben vorübergehend nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen. Je nach Schwere der Erkrankung kann sich die Nierenfunktion nach einer rechtzeitigen Behandlung wieder erholen oder dauerhaft beeinträchtigt bleiben.
Nierensteine
Nierensteine sind feste Ablagerungen, die sich in den Nieren oder den Harnwegen bilden können. Sie unterscheiden sich in Größe und Anzahl und bleiben teilweise lange unbemerkt. Größere Nierensteine können jedoch den Harnabfluss behindern und das Risiko für weitere Komplikationen erhöhen.
Nierenbeckenentzündung
Die Nierenbeckenentzündung ist eine Entzündung des Nierenbeckens und zählt zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen der Nieren. Sie sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden, um eine Ausbreitung der Entzündung und mögliche Schäden am Nierengewebe zu vermeiden.
Weitere Informationen zu den einzelnen Nierenerkrankungen finden Sie hier.
Chronische Nierenerkrankung
Die chronische Nierenerkrankung wird am häufigsten durch Diabetes mellitus und Bluthochdruck verursacht. Beide Erkrankungen können die feinen Blutgefäße der Nieren langfristig schädigen und ihre Filterfunktion beeinträchtigen. Weitere mögliche Ursachen sind Entzündungen der Nieren, angeborene oder erblich bedingte Nierenerkrankungen sowie die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere einiger Schmerzmittel.
Akutes Nierenversagen
Das akute Nierenversagen kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entsteht es durch eine verminderte Durchblutung der Nieren, beispielsweise infolge eines starken Flüssigkeitsmangels, größerer Blutverlust oder eines Schocks. Auch eine direkte Schädigung des Nierengewebes, etwa durch schwere Infektionen, bestimmte Medikamente oder Giftstoffe, kann zu einem akuten Nierenversagen führen. Darüber hinaus können Harnabflussstörungen, beispielsweise durch Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata, den Urinabfluss behindern und die Nierenfunktion akut beeinträchtigen.
Nierensteine
Nirensteine entstehen, wenn sich Mineralien und Salze im Urin zu Kristallen zusammenschließen. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, bestimmte Stoffwechselerkrankungen, eine salz- oder eiweißreiche Ernährung sowie eine familiäre Veranlagung können ihre Entstehung begünstigen.
Nierenbeckenentzündung
Eine Nierenbeckenentzündung wird meist durch Bakterien verursacht, die von den unteren Harnwegen bis in das Nierenbecken aufsteigen. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre häufiger betroffen als Männer. Auch häufige Harnwegsinfektionen, Harnabflussstörungen, beispielsweise durch Nierensteine, ein geschwächtes Immunsystem oder Diabetes mellitus können das Risiko für eine Nierenbeckenentzündung erhöhen.
Die Beschwerden von Nierenerkrankungen können je nach Art und Schwere der Erkrankung unterschiedlich sein. Während einige Erkrankungen plötzlich deutliche Symptome verursachen, entwickeln sich andere schleichend und bleiben insbesondere in frühen Stadien oft lange unbemerkt.
Zu den häufigsten Anzeichen gehören Veränderungen beim Wasserlassen, beispielsweise eine verminderte oder erhöhte Urinmenge, häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen. Auch Blut im Urin oder ein veränderter Urin können auf eine Nierenerkrankung hinweisen.
Weitere mögliche Beschwerden sind Schmerzen im Bereich der Flanken oder des unteren Rückens, die insbesondere bei Nierensteinen oder einer Nierenbeckenentzündung auftreten können. Bei einer Nierenbeckenentzündung können zusätzlich Fieber, Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auftreten.
Schreitet eine Nierenerkrankung fort oder ist die Nierenfunktion stärker eingeschränkt, können unter anderem Müdigkeit, Erschöpfung, Leistungsminderung, Wassereinlagerungen (Ödeme), Bluthochdruck, Übelkeit oder Appetitlosigkeit auftreten. Diese Beschwerden sind jedoch nicht ausschließlich auf Nierenerkrankungen zurückzuführen und können auch andere Ursachen haben.
Hinweis: Da viele Nierenerkrankungen insbesondere im Anfangsstadium nur wenige oder unspezifische Beschwerden verursachen, ist es wichtig, anhaltende oder ungewöhnliche Symptome ärztlich abklären zu lassen.
Zu Beginn der Diagnostik erfolgt in der Regel ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden, Vorerkrankung sowie mögliche Risikofaktoren. Anschließend können eine körperliche Untersuchung sowie verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt werden.
Eine Urinuntersuchung liefert wichtige Hinweise auf die Nierenfunktion und mögliche Erkrankungen. Dabei können unter anderem Eiweiß, Blut, Zucker oder Bakterien im Urin nachgewiesen werden. Ergänzend werden Blutuntersuchungen durchgeführt, bei denen beispielsweise Kreatinin und die geschätze glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) bestimmt werden. Diese Werte geben Auskunft darüber, wie gut die Nieren das Blut filtern.
Zur weiteren Abklärung kommen häufig bildgebende Verfahren, insbesondere eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, zum Einsatz. Je nach Fragestellung können auch eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder weitere spezielle Untersuchungen erforderlich sein. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine Nierenbiopsie durchgeführt werden, bei der eine kleine Gewebeprobe entnommen und untersucht wird.
Hinweis: Welche Untersuchungen notwendig sind, richtet sich nach der vermuteten Nierenerkrankung und der indivuellen Situation der betroffenen Person.
Die Behandlung von Nierenerkrankungen richtet sich nach der Art der Erkrankung, ihrer Ursache sowie dem Ausmaß der eingeschränkten Nierenfunktion. Ziel der Behandlung ist es, die Ursache zu behandeln, Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Nierenfunktion möglichst lange zu erhalten.
Bei vielen Nierenerkrankungen steht zunächst die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund. Dazu gehören beispielsweise eine gute Einstellung von Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, die Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika oder die Beseitigung von Harnabflussstörungen. Je nach Erkrankung können außerdem verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um die Nieren zu entlasten oder Beschwerden zu behandeln.
Bei Nierensteinen hängt die Behandlung unter anderem vor der Größe, Lage und den Beschwerden ab. Kleinere Steine können häufig auf natürlichem Wege ausgeschieden werden. Größere Steine oder Steine, die den Harnabfluss behindern, können mit speziellen Verfahren zertrümmert oder entfernt werden.
Ist die Nierenfunktion stark eingeschränkt oder kommt es zu einem Nierenversagen, kann eine Dialyse erforderlich werden. Dabei übernimmt eine Maschine oder ein spezielles Verfahren im Körper einen Teil der Aufgaben der Nieren und reinigt das Blut von Abfallstoffen und überschüssiger Flüssigkeit. Bei einem dauerhaften Nierenversagen kann in geeigneten Fällen auch eine Nierentransplantation infrage kommen.
Hinweis: Regelmäßige ärztliche Kontrollen sowie eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnern und Ärzten tragen dazu bei, die Nierenfunktion möglichst lange zu erhalten und Komplikationen vorzubeugen.
Eine Nierenerkrankung kann den Alltag je nach Art und Schwere der Erkrankung unterschiedlich beeinflussen. Viele Betroffene können mit einer frühzeitigen Diagnose, einer geeigneten Behandlung und einem gesunden Lebensstil lange ein selbstständiges und aktives Leben führen. Wichtig ist, die Erkrankung gut zu kennen und die empfohlene Behandlungsmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen tragen dazu bei, die Nierenfunktion zu überwachen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Ebenso ist es wichtig, verordnete Medikamente zuverlässig einzunehmen und Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu halten, bevor neue Madikamente eingenommwen werden.
Ein gesunder Lebensstil kann die Nierengesundheit unterstützen. Dazu gehören eine ausgewogene, nierenfreundliche Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie, je nach Erkrankung, eine ausreichende oder ärztlich empfohlene Flüssigkeitszufuhr. Auch eine gute Einstellung von Blutdruck und Blutzucker sowie der Verzicht auf das Rauchen können dazu beitragen, das Fortschreiten einer Nierenerkrankung zu verlangsamen.
Bei einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung kann eine Dialyse oder eine Nierentransplantation notwendig werden. Diese Behandlungsformen bringen Veränderungen im Alltag mit sich, dennoch können viele Betroffene mit der richtigen medizinischen Betreuung und Unterstützung weiterhin eine gute Lebensqualität erreichen. Auch der Austausch mit Angehörigen, Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen kann im Umgang mit der Erkrankung hilfreich sein.
Weitere Informationen zum Leben mit einer Nierenerkrankung finden Sie hier.
Hier finden Sie Selbsthilfegruppen und regionale Ansprechpartner für Menschen mit Nierenerkrankungen une ihre Angehörige:
Informationen zu Dialyse, Nierentransplantation sowie wohnortnahen Behandlungs- und Versorgungsangeboten:
- Bundesverband Niere e. V. (o. J.): Chronische Nierenerkrankungen. Verfügbar unter: https://www.bundesverband-niere.de/informationen/chronische-nierenerkrankungen (Zugriff: 14.07.2026).
- DaVita Deutschland (o. J.): Das Leben mit Nierenerkrankungen. Verfügbar unter: https://www.davita.de/de/patienten-und-angehoerige/informationen-zu-nierenerkrankungen/das-leben-mit-nierenerkrankungen (Zugriff: 14.07.2026).
- gesund.bund.de (o. J.): Akutes Nierenversagen. Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/akutes-nierenversagen (Zugriff: 14.07.2026).
- gesund.bund.de (o. J.): Chronische Nierenerkrankung. Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/chronische-nierenerkrankung (Zugriff: 14.07.2026).
- gesund.bund.de (o. J.): Nierensteine. Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/nierensteine (Zugriff: 14.07.2026).
- Meine Gesundheit (o. J.): Nierenbeckenentzündung. Verfügbar unter: https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/nierenbeckenentzuendung (Zugriff: 14.07.2026).