Stoffwechselkrankheiten
Stoffwechselkrankheiten umfassen verschiedene Erkrankungen, bei denen die natürlichen Stoffwechselprozesse des Körpers gestört sind. Der Stoffwechsel sorgt dafür, dass Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen, verarbeitet und zur Energiegewinnung oder für wichtige Körperfunktionen genutzt werden. Ist dieser Prozess beeinträchtigt, können sich bestimmte Stoffe im Körper anreichern oder nicht ausreichend verarbeitet werden. Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen gehören Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Gicht. Die Ursachen können genetisch bedingt sein oder durch Lebensstil und Umweltfaktoren beeinflusst werden. Eine frühzeitige Diagnose sowie eine individuell angepasste Behandlung können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.
Kurz gefasst:
- Was sind Stoffwechselerkrankungen? Stoffwechselerkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen, bei denen die natürlichen Stoffwechselprozesse des Körpers gestört sind. Sie können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln.
- Warum relevant? Ein gestörter Stoffwechsel kann verschiedene Organe und Körperfunktionen beeinträchtigen. Unbehandelt können Stoffwechselerkrankungen zu Folgeerkrankungen führen und die Lebensqualität einschränken.
- Wer ist besonders betroffen? Je nach Erkrankung spielen unterschiedliche Risikofaktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem eine genetische Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung sowie zunehmendes Alter.
- Was hilft? Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Folgeerkrankungen zu vermeiden und den Stoffwechsel möglichst gut einzustellen.
- Allgemeine Maßnahmen: Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und einem gesunden Körpergewicht kann das Risiko für viele erworbene Stoffwechselerkrankungen verringern und den Behandlungserfolg unterstützen.
- Wohin wenden? Ansprechstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte sowie – je nach Erkrankung – Fachärztinnen und Fachärzte für Endokrinologie, Diabetologie oder Innere Medizin.
Was gibt es noch zu wissen?
Stoffwechselerkrankungen umfassen verschiedene Erkrankungen, bei denen die natürlichen Stoffwechselprozesse des Körpers gestört sind. Der Stoffwechsel sorgt dafür, dass Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen, verarbeitet und in Energie oder wichtige Bausteine für den Körper umgewandelt werden. Außerdem werden nicht mehr benötigte Stoffe abgebaut und ausgeschieden.
Ist dieser Ablauf gestört, können bestimmte Stoffe im Körper nicht ausreichend verarbeitet, abgebaut oder gespeichert werden. Dadurch kann es zu einem Mangel an wichtigen Stoffen oder zu einer Anreicherung von Stoffwechselprodukten kommen, was verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen kann.
Stoffwechselerkrankungen können angeboren sein und durch genetische Veränderungen entstehen oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Häufig spielen dabei Enzyme oder Hormone eine wichtige Rolle, die für einen reibungslosen Stoffwechsel benötigt werden. Je nach betroffenem Stoffwechselbereich können unterschiedliche Erkrankungen und Beschwerden auftreten.
Weitere Informationen zu Stoffwechselerkrankungen finden Sie hier.
Stoffwechselerkrankungen können verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper betreffen. Je nachdem, welcher Stoffwechselbereich gestört ist, können unterschiedliche Erkrankungen entstehen. Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen zählen Erkrankungen des Zucker-, Fett-, Hormon- und Harnsäurestoffwechsels.
Zuckerstoffwechsel
Die häufigste Erkrankung des Zuckerstoffwechsels ist Diabetes mellitus. Dabei ist die Regulation des Blutzuckers gestört, weil der Körper entweder zu wenig Insulin produziert oder das vorhandene Insulin nicht ausreichend wirkt. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an, was langfristig verschiedene Organe schädigen kann.
Fettstoffwechsel
Zu den häufigsten Fettstoffwechselerkrankungen gehören Fettstoffwechselstörungen, bei denen insbesondere die Cholesterin- oder Triglyzeridwerte im Blut erhöht sind. Diese Veränderungen bleiben häufig lange unbemerkt, erhöhen jedoch das Risiko für Arteriosklerose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Hormonstoffwechsel
Erkrankungen des Hormonstoffwechsels betreffen häufig die Schilddrüse. Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beeinflussen zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper und können sich auf den Energieverbrauch sowie die Funktion verschiedener Organe auswirken.
Harnsäurestoffwechsel
Eine häufige Erkrankung des Harnsäurestoffwechsels ist Gicht. Dabei ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht, wodurch sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern können. Dies kann schmerzhafte Entzündungen verursachen und langfristig die Gelenke schädigen.
Tipp: Weitere Informationen zu den verschiedenen Stoffwechselerkrankungen finden Sie hier.
Die Ursachen von Stoffwechselerkrankungen sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Art der Erkrankung. Manche Stoffwechselerkrankungen sind angeboren und genetisch bedingt, andere entwickeln sich erst im Laufe des Lebens. Neben einer erblichen Veranlagung können auch Ernährung, Bewegungsmangel oder andere Erkrankungen das Risiko erhöhen.
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus entsteht, wenn der Körper den Blutzucker nicht mehr ausreichend regulieren kann. Bei Typ-1-Diabetes richtet sich das Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel und zunehmendem Alter.
Fettstoffwechselstörungen
Fettstoffwechselstörungen können erblich bedingt sein oder durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt werden. Eine fett- und energiereiche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können zu erhöhten Cholesterin- oder Triglyzeridwerten führen.
Schilddrüsenerkrankungen
Schilddrüsenerkrankungen entstehen häufig durch Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Auch Jodmangel oder -überschuss, genetische Faktoren sowie bestimmte Medikamente können die Funktion der Schilddrüse beeinflussen.
Gicht
Gicht wird durch einen dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel im Blut verursacht. Dadurch können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Das Risiko wird unter anderem durch eine purinreiche Ernährung, Übergewicht, Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente sowie eine familiäre Veranlagung erhöht.
Hinweis: Nicht alle Stoffwechselerkrankungen lassen sich verhindern. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie der Verzicht auf Rauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum können jedoch dazu beitragen, das Risiko für viele erworbene Stoffwechselerkrankungen zu verringern.
Die Symptome von Stoffwechselerkrankungen können je nach Art der Erkrankung unterschiedlich sein. Während einige Stoffwechselerkrankungen lange Zeit keine Beschwerden verursachen, treten bei anderen bereits früh typische Anzeichen auf.
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus kann sich unter anderem durch starken Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Leistungsminderung, ungewollten Gewichtsverlust sowie verschwommenes Sehen bemerkbar machen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können weitere Beschwerden und Folgeerkrankungen auftreten.
Fettstoffwechselstörungen
Fettstoffwechselstörungen verursachen häufig über viele Jahre keine Beschwerden und werden oft zufällig im Rahmen einer Blutuntersuchung festgestellt. Erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridwerte können jedoch langfristig das Risiko für Arteriosklerose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Schilddrüsenerkrankungen
Schilddrüsenerkrankungen können je nach Unter- oder Überfunktion unterschiedliche Beschwerden verursachen. Eine Schilddrüsenunterfunktion geht häufig mit Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Antriebslosigkeit einher. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können unter anderem Gewichtsverlust, Herzrasen, Nervosität, Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit auftreten.
Gicht
Gicht macht sich meist durch plötzlich auftretende, starke Gelenkschmerzen bemerkbar. Typisch sind zusätzlich Schwellungen, Rötungen und eine Überwärmung des betroffenen Gelenks. Besonders häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen.
Hinweis: Da viele Stoffwechselerkrankungen insbesondere im Anfangsstadium keine oder nur unspezifische Beschwerden verursachen, sollten anhaltende oder ungewöhnliche Symptome ärztlich abgeklärt werden. Eine frühzeitige Diagnose kann dazu beitragen, Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Behandlung rechtzeitig einzuleiten.
Die Diagnose von Stoffwechselerkrankungen beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden, die Krankengeschichte sowie mögliche Risikofaktoren. Anschließend erfolgen eine körperliche Untersuchung und verschiedene Laboruntersuchungen, um Veränderungen des Stoffwechsels festzustellen.
Eine wichtige Rolle spielen Blut- und Urinuntersuchungen. Je nach vermuteter Stoffwechselerkrankung können beispielsweise der Blutzucker, der Langzeitblutzucker (HbA1c), Cholesterin- und Triglyzeridwerte, die Harnsäure oder Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Diese Werte liefern wichtige Hinweise auf die Funktion verschiedener Stoffwechselprozesse.
Je nach Erkrankung können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) zur Diagnose eines Diabetes mellitus oder bildgebende Verfahren, wie eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Welche Untersuchungen durchgeführt werden, richtet sich nach der vermuteten Stoffwechselerkrankung und der individuellen Situation der betroffenen Person.
Hinweis: Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um Stoffwechselerkrankungen rechtzeitig zu erkennen, eine geeignete Behandlung einzuleiten und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen richtet sich nach der Art der Erkrankung, ihrer Ursache sowie dem Schweregrad. Ziel ist es, den Stoffwechsel möglichst gut einzustellen, Beschwerden zu lindern, Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.
Bei vielen Stoffwechselerkrankungen bilden eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein gesunder Lebensstil die Grundlage der Behandlung. Je nach Erkrankung kann zudem eine Gewichtsreduktion sinnvoll sein, um den Stoffwechsel zu entlasten und das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken.
Häufig kommen auch Medikamente zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin bei Diabetes mellitus, Medikamente zur Senkung erhöhter Blutfettwerte, Arzneimittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen sowie Medikamente zur Senkung des Harnsäurespiegels bei Gicht.
Hinweis: Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und die Therapie bei Bedarf anzupassen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Stoffwechselerkrankung und der individuellen Situation der betroffenen Person ab.
Die Möglichkeiten zur Vorbeugung unterscheiden sich je nach Stoffwechselerkrankung. Während sich viele erworbene Stoffwechselerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen lassen, können angeborene oder genetisch bedingte Stoffwechselerkrankungen in der Regel nicht verhindert werden.
Diabetes mellitus
Vor allem dem Typ-2-Diabetes kann durch einen gesunden Lebensstil teilweise vorgebeugt werden. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung, das Erreichen oder Halten eines gesunden Körpergewichts sowie der Verzicht auf das Rauchen können das Erkrankungsrisiko senken. Menschen mit einem erhöhten Risiko profitieren zudem von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und einer frühzeitigen Behandlung von Risikofaktoren.
Tipp: Wie Sie einem Typ-2-Diabetes vorbeugen können, erfahren Sie hier.
Fettstoffwechselstörungen
Eine ausgewogene Ernährung mit einem geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren, regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht können dazu beitragen, erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden oder zu verbessern. Auch der Verzicht auf das Rauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum wirken sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus.
Tipp: Weitere Informationen zur Vorbeugung von Fettstoffwechselstörungen finden Sie hier.
Schilddrüsenerkrankungen
Nicht alle Schilddrüsenerkrankungen lassen sich verhindern. Da viele Erkrankungen genetisch oder durch Autoimmunprozesse bedingt sind, ist eine gezielte Vorbeugung häufig nicht möglich. Eine ausreichende Jodversorgung kann jedoch dazu beitragen, jodmangelbedingten Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen.
Tipp: Mehr über die Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen erfahren Sie hier.
Gicht
Das Risiko für Gicht kann durch einen gesunden Lebensstil verringert werden. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Außerdem kann es hilfreich sein, den Konsum purinreicher Lebensmittel sowie alkoholischer Getränke – insbesondere Bier – zu reduzieren.
Tipps zur Vorbeugung von Gicht finden Sie hier.
Informationen zu Beratungsangeboten, Diabetes-Guides, Sozialberatung und Selbsthilfegruppen für Menschen mit Diabetes:
Hilfestellung für von Diabetes mellitus betroffene Personen
Vermittlung von Selbsthilfegruppen, Informationsmaterial und Unterstützung für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen:
- Apotheken Umschau (o. J.): Gicht: Ursachen, Symptome, Therapie. Verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/gicht-ursachen-symptome-therapie-735409.html (Zugriff: 14.07.2026).
- gesundheitsinformation.de (o. J.): Stoffwechselerkrankung. Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/stoffwechselerkrankung.html (Zugriff: 14.07.2026).
- gesundheitsinformation.de (o. J.): Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/schilddruesenunterfunktion-hypothyreose.html (Zugriff: 14.07.2026).
- gesundheitsinformation.de (o. J.): Wie kann man Typ-2-Diabetes vorbeugen? Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-man-typ-2-diabetes-vorbeugen.html (Zugriff: 14.07.2026).
- gesund-aktiv-aelter-werden.de (o. J.): Fettstoffwechselstörungen. Verfügbar unter: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/gesundheitsthemen/gesund-essen-im-alter/ernaehrung-bei-erkrankungen-und-beschwerden/fettstoffwechselstoerungen/ (Zugriff: 14.07.2026).
- Gichtliga e. V. (o. J.): Wie können Sie Gicht vorbeugen? Verfügbar unter: https://www.gichtliga.de/vorbeugung/wie-koennen-sie-gicht-vorbeugen (Zugriff: 14.07.2026).
- Leading Medicine Guide (o. J.): Hormonstörungen. Verfügbar unter: https://www.leading-medicine-guide.com/de/erkrankungen/stoffwechsel/hormonstoerungen (Zugriff: 14.07.2026).
- NetDoktor (o. J.): Stoffwechselerkrankungen. Verfügbar unter: https://www.netdoktor.de/krankheiten/stoffwechselerkrankungen/ (Zugriff: 14.07.2026).