Vektorübertragene Erkrankungen
Vektorübertragene Erkrankungen sind Infektionskrankheiten, die durch sogenannte Vektoren auf den Menschen übertragen werden. Vektoren sind vor allem blutsaugende Tiere wie Zecken, Mücken oder Sandmücken, die Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen können. Einige dieser Erkrankungen kommen bereits in Deutschland vor, andere treten vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auf. Durch den Klimawandel, den internationalen Reiseverkehr und die Ausbreitung neuer Vektorarten können sich Verbreitungsgebiete verändern und neue Gesundheitsrisiken entstehen. Ein wirksamer Schutz vor Vektorstichen sowie die frühzeitige Information über mögliche Risiken tragen dazu bei, das Erkrankungsrisiko zu verringern.
Kurz gefasst:
- Was sind vektorübertragene Erkrankungen? Vektorübertragnene Erkrankungen sind Infektionskrankheiten, die durch Vektoren wie Zecken oder Stechmücken auf den Menschen übertragen werden. Die Vektoren können Krankheitserrger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen.
- Warum relevant? Vektorübertragene Erkrankungen kommen weltweit vor und können je nach Erreger unterschiedlich schwer verlaufen. Durch den Klimawandel, den internationalen Reiseverkehr und die Ausbreitung neuer Vektorarten gewinnen einige dieser Erkrankungen auch in Europa zunehmend an Bedeutung.
- Wer ist besonders betroffen? Besonders gefährdet sind Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten oder in Regionen reisen, in denen bestimmte Vektoren und die von ihnen übertragenen Krankheitserreger vorkommen.
- Was hilft? Ein wirksamer Schutz vor Zecken- und Mückenstichen sowie Informationen über mögliche Risiken können dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu verringern. Für einige Erkrankungen, wie die FSME, steht zudem eine Schutzimpfung zur Verfügung.
- Allgemeine Maßnahmen: Lange Kleidung, Insektenschutzmittel (Repellentien), Moskitonetze, das Absuchen des Körpers nach Zecken sowie eine reisemedizinische Beratung vor Aufenthalten in Risikogebieten tragen dazu bei, das Risiko einer Infektion zu senken.
- Wohin wenden? Ansprechstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte, das örtliche Gesundheitsamt sowie reisemedizinische Beratungsstellen vor Reisen in betroffene Regionen.
Was gibt es noch zu wissen?
Vektoren sind lebende Organismen, die Krankheitserreger von einem Wirt auf einen anderen übertragen können. Zu den wichtigsten Vektoren zählen blutsaugende Tiere wie Zecken, Stechmücken, Sandmücken oder Kriebelmücken. Sie können Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten aufnehmen und beim Stich oder Biss auf Menschen oder Tiere übertragen.
Nicht jeder Vektor trägt Krankheitserreger in sich. Eine Übertragung ist nur möglich, wenn der Vektor zuvor mit einem Krankheitserreger infiziert wurde. Welche Erkrankungen übertragen werden können, hängt sowohl von der jeweiligen Vektorart als auch vom Erreger ab.
Vektorübertragene Erkrankungen kommen weltweit vor. Einige sind vor allem in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, andere treten auch in Europa auf. Veränderungen des Klimas, des Reiseverhaltens und der Umwelt können dazu beitragen, dass sich Vektoren in neuen Gebieten ansiedeln und Krankheitserreger in bislang nicht betroffene Regionen gelangen.
Vektorübertragene Erkrankungen werden durch Krankheitserreger verursacht, die über Vektoren wie Zecken oder Stechmücken auf den Menschen übertragen werden. Sie kommen weltweit vor und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Verbreitung, der verursachenden Erreger und ihrer gesundheitlichen Bedeutung. Während einige Erkrankungen vor allem in Deutschland und Europa auftreten, sind andere überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet.
Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa und Deutschland. Sie wird durch Borrelien-Bakterien verursacht und durch den Stich infizierter Zecken übertragen. Die Erkrankung kann verschiedene Organe wie die Haut, das Nervensystem, die Gelenke oder das Herz betreffen. In Deutschland wird die Zahl der Neuerkrankungen auf etwa 40.000 bis 80.000 Fälle pro Jahr geschätzt.
Weitere Informationen zur Lyme-Borreliose finden Sie hier.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
FSME ist eine Viruserkrankung, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Sie kann zu Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks führen. In Deutschland tritt sie vor allem in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten auf. Jährlich werden in Deutschland mehrere hundert FSME-Erkrankungen gemeldet, wobei die Zahl von Jahr zu Jahr schwanken kann.
Ausführliche Informationen zur FSME finden Sie hier.
West-Nil-Fieber
Das West-Nil-Fieber wird durch das West-Nil-Virus verursacht und hauptsächlich durch Stechmücken übertragen. Die Erkrankung kommt in vielen Regionen der Welt vor und wird seit 2018 auch in Deutschland vereinzelt nachgewiesen. Die meisten Infektionen verlaufen ohne oder mit nur leichten Beschwerden, weshalb viele Erkrankungen unbemerkt bleiben.
Mehr zum West-Nil-Fieber erfahren Sie hier.
Dengue-Fieber
Das Dengue-Fieber ist eine durch Aedes-Stechmücken übertragene Viruserkrankung und zählt weltweit zu den häufigsten vektorübertragenen Erkrankungen. Es kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizieren sich jedes Jahr 100 bis 400 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus. Durch Fernreisen können Erkrankungen auch nach Deutschland importiert werden.
Weitere Informationen zum Dengue-Fieber finden Sie hier.
Malaria
Malaria wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht und durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen. Sie gehört weltweit zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten und tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auf. Jährlich erkranken weltweit rund 250 Millionen Menschen an Malaria. Besonders betroffen sind Länder in Afrika südlich der Sahara. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
Weitere Informationen zu Malaria finden Sie hier.
Vektorübertragene Erkrankungen lassen sich nicht immer vollständig verhindern. Das Risiko einer Infektion kann jedoch durch geeignete Schutzmaßnahmen deutlich verringert werden. Welche Maßnahmen empfohlen werden, hängt unter anderem vom Aufenthaltsort, der Jahreszeit sowie den vorkommenden Vektoren und Krankheitserrgern ab.
Ein wichtiger Schutz besteht darin, Stiche und Bisse von Vektoren möglichst zu vermeiden. Dazu gehören das Tragen langer, möglichst heller Kleidung, die Verwendung von Insektenschutzmitteln (Repellentien) auf unbedeckter Haut sowie das Tragen von festem Schuhwerk und geschlossener Kleidung in Gebieten mit hohem Zeckenaufkommen. In Regionen mit vielen Stechmücken können zusätzlich Moskitonetze, Fliegengitter oder klimatisierte Räume das Risiko einer Übertragung verrringern.
Zum Schutz vor Lyme-Borreliose wird empfohlen, den Körper nach Aufenthalten im Freien, insbesondere in Wäldern, auf Wiesen oder in hohem Gras, gründlich nach Zecken abzusuchen und diese möglichst frühzeitig zu entfernen. Da es gegen Lyme-Borreliose derzeit keine Schutzimpfung gibt, kommt diesen Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu.
Zur Vorbeugung von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) steht eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung. Sie wird insbesondere Menschen empfohlen, die in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten. Zusätzlich schützen auch hier Maßnahmen zu Vermeidung von Zeckenstichen.
Bei Dengue-Fieber, West-Nil-Fieber und Malaria steht der Schutz vor Mückenstichen im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere Repellentien, lange Kleidung sowie Moskitonetze, vor allem während der Hauptaktivitätszeiten der Mücken. Vor Reisen in Regionen mit einem erhöhten Malariarisiko kann zusätzlich eine reisemedizinische Beratung sinnvoll sein. Je nach Reiseziel kann dabei auch eine medikamentöse Malariaprophylaxe empfohlen werden.
Durch eine gute Vorbereitung und geeignete Schutzmaßnahme lässt sich das Risiko vieler vektorübertragener Erkankungen deutlich verringern.
Weitere Informationen zu Schutzmaßnahmen gegen Zecken- und Mückenstiche finden Sie hier.
Der Klimawandel beeinflusst die Lebensbedingungen vieler Vektoren. Steigende Temperaturen, mildere Winter und veränderte Niederschlagsmuster können dazu beitragen, dass sich Zecken und Stechmücken in neue Regionen ausbreiten oder über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben. Dadurch können sich auch Krankheitserreger in Gebieten etablieren, in denen sie bisher kaum oder gar nicht vorkamen. Gleichzeitig begünstigen der internationale Reise- und Warenverkehr die Einschleppung neuer Vektoren und Krankheitserreger nach Europa.
In Europa und auch in Deutschland werden zunehmend nicht heimische Vektorarten nachgewiesen. Dazu gehört insbesondere die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die verschiedene Vieren wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus übertragen kann. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit konnte sie sich bereits in mehreren europäischen Ländern und auch lokal in Deutschland ansiedeln.
Auch bereits heimische Vektoren können durch veränderte klimatische Bedingungen an Bedeutung gewinnen. So können Zecken in einigen Regionen länger aktiv sein und sich in neue Gebiete ausbreiten. Darüber hinaus werden in Deutschland seit einigen Jahren vereinzelt autochthone Infektionen mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen, was zeigt, dass sich die epidemiologische Situation verändern kann.
Trotz dieser Entwicklungen treten viele tropische Erkrankungen wie Malaria oder Dengue-Fieber in Deutschland weiterhin überwiegend als reiseassoziierte Infektionen auf. Fachbehörden beobachten die Verbreitung von Vektoren und Krankheitserregern kontinuirlich, um Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.
Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf vektorübertragene Erkrankungen finden Sie hier.
- Apotheken Umschau (o. J.): Lyme-Borreliose: Vorbeugen, erkennen und behandeln. Verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/lyme-borreliose-vorbeugen-erkennen-und-behandeln-734437.html (Zugriff: 22.07.2026).
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (o. J.): Infektionen über Zecken und Mücken. Verfügbar unter: https://www.infektionsschutz.de/infektionen/uebertragungswege/infektionen-ueber-zecken-und-muecken/ (Zugriff: 22.07.2026).
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (o. J.): West-Nil-Fieber. Verfügbar unter: https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/west-nil-fieber/ (Zugriff: 22.07.2026).
- gesundheitsinformation.de (o. J.): Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/fruehsommer-meningoenzephalitis-fsme.html(Zugriff: 22.07.2026).
- Tropeninstitut (o. J.): Denguefieber. Verfügbar unter: https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/denguefieber (Zugriff: 22.07.2026).
- Tropeninstitut (o. J.): Malaria. Verfügbar unter: https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/malaria (Zugriff: 22.07.2026).
- Umweltbundesamt (2009): Vektoren und Klimawandel. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3521/dokumente/bundesgesundheitsblatt_2009_07.pdf (Zugriff: 22.07.2026).