Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 

Kindheit und Jugend sind wichtige Phasen für die Entwicklung der psychischen Gesundheit. In dieser Zeit entwickeln sich emotionale Fähigkeiten, soziale Kompetenzen und die Persönlichkeit.

Kurz gefasst:

  • Kindheit und Jugend sind wichtige Lebensphasen für die seelische Entwicklung.
  • Die meisten Kinder und Jugendlichen schätzen ihre Gesundheit als gut ein. Dennoch berichten viele über psychosomatische Beschwerden oder psychische Auffälligkeiten. Mädchen und ältere Jugendliche sind häufiger betroffen. Rund 4 von 10 Jugendlichen fühlen sich regelmäßig gestresst (Reiß et al., 2024).
  • Die psychische Gesundheit wird von persönlichen Eigenschaften und den Lebensbedingungen beeinflusst.
  • Stärkende Faktoren können zum Beispiel ein stabiles familiäres Umfeld, verlässliche Bezugspersonen, gute Bildungs- und Betreuungsangebote sowie soziale Kontakte sein (Robert-Koch-Institut, 2022).
  • Belastende Faktoren können unter anderem finanzielle Sorgen in der Familie, häufige Konflikte oder Ausgrenzung und Mobbing sein (Robert-Koch-Institut, 2022).
  • Psychische Belastungen können sich unterschiedlich zeigen, zum Beispiel durch Ängste, Rückzug, Schlafprobleme oder körperliche Beschwerden, aber auch durch Unruhe, Wutausbrüche oder aggressives Verhalten.
  • Eine frühzeitige Unterstützung sowie Präventions- und Beratungsangebote können helfen, Belastungen zu erkennen und Kinder und Jugendliche zu stärken.
  • Bei Sorgen oder Krisen gibt es Beratungsangebote vor Ort sowie anonyme Hilfe, z. B. das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ (116 111).

Was gibt es noch zu wissen? 

Kindheit und Jugend sind besonders wichtige Lebensphasen, in denen grundlegende Fähigkeiten erlernt werden, die das ganze Leben prägen. Dazu gehört, mit eigenen Gefühlen umzugehen, stabile und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, an sich selbst zu glauben und persönliche Stärken zu entwickeln sowie Herausforderungen und Belastungen zu bewältigen.

Der Großteil der Kinder und Jugendlichen berichten zwar über eine gute subjektive Gesundheit, dennoch zeigen viele psychosomatische Beschwerden oder psychische Auffälligkeiten. Besonders Mädchen und ältere Jugendliche sind häufiger betroffen. Außerdem empfinden etwa vier von zehn Jugendlichen regelmäßigen Stress (Reiß et al., 2024).

Die Entwicklung der psychischen Gesundheit wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Neben den persönlichen Eigenschaften eines Kindes spielen vor allem die Lebensbedingungen eine entscheidende Rolle.

Was Kinder und Jugendliche seelisch stärken kann

Die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Manche Bedingungen können sie stärken und schützen, andere können Belastungen erhöhen.


Schutzfaktoren

Bestimmte Lebensbedingungen können dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche psychisch stabiler bleiben und Herausforderungen besser bewältigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • ein stabiles familiäres Umfeld
  • verlässliche Bezugspersonen
  • gute Bildungs- und Betreuungsangebote
  • soziale Kontakte und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Robert-Koch-Institut, 2022).

Risikofaktoren

Andere Lebensumstände können Kinder und Jugendliche stärker belasten und das Risiko für psychische Probleme erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • anhaltende finanzielle Sorgen in der Familie
  • häufige oder starke familiäre Konflikte
  • Ausgrenzung, Mobbing oder fehlende Unterstützung (Robert-Koch-Institut, 2022).

Was bedeutet eine unterstützende Umgebung? 

Eine unterstützende Umgebung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche Verlässlichkeit, Unterstützung und Möglichkeiten zur Entwicklung erleben. Dazu können zum Beispiel eine stabile Familie, vertrauensvolle Bezugspersonen, gute Bildungsangebote sowie positive soziale Kontakte beitragen.

Eine solche Umgebung kann helfen, dass Kinder und Jugendliche auch schwierige Lebenssituationen besser bewältigen und sich gesund entwickeln.

Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen können sich auf unterschiedliche Weise zeigen, sowohl nach innen (z. B. Ängste oder Rückzug) als auch nach außen (z. B. aggressives Verhalten). Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Unterstützung sind wichtig, um langfristige negative Folgen zu verhindern.


Nach innen gerichtete Symptome können zum Beispiel sein: 

  • Angst oder große Sorgen
  • körperliche Beschwerden ohne klare körperliche Ursachen (z. B. Bauch- oder Kopfschmerzen)
  • Verlust von Interesse oder Rückzug
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten (SOS-Kinderdorf e.V., 2026)

Nach außen gerichtete Symptome sein:

  • starke Unruhe oder Hyperaktivität
  • Wutausbrüche oder impulsives Verhalten
  • Leistungsverweigerung in Schule oder Alltag
  • Reizbarkeit oder aggressives Verhalten (SOS-Kinderdorf e.V., 2026)

Zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen werden verschiedene Maßnahmen verfolgt. Darunterfallen:

  • Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Familie, Kita und Schule,
  • der Ausbau niedrigschwelliger Beratungs- und Unterstützungsangebote 
  • die Stärkung von Aufklärung, Fachkräften und Hilfesystemen, um psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und Unterstützung bereitzustellen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert über Belastungen, Präventionsangebote und Unterstützungsangebote, um psychische Probleme früh zu erkennen und Hilfe bereitzustellen.

Den Link dazu finden Sie hier


Aktuelle Präventionsprogramme des Bundesministerium:

  • SOS-Mental Health Peers | Schulsozialarbeit-Programm - Das zentrale Ziel des Präventionsprogramms „Wir zusammen – SOS-Mental Health Peers“ ist es, Kinder und Jugendliche sowie pädagogische Fachkräfte für das Thema Psychische Gesundheit zu sensibilisieren und im Umgang mit psychischen Belastungen zu stärken.
  • Traumapädagogik bei Kindern | Web Based Training (WBT) -  vermittelt pädagogischen Fachkräften Grundwissen über psychische Belastungen und Traumata bei Kindern und Jugendlichen und stärkt ihre Kompetenzen für einen traumasensiblen, unterstützenden Umgang in pädagogischen Alltagssituationen
  • Im Mini‑Buch „Knietzsche und die Tricks gegen Stress“ erklärt der kleine Philosoph Knietzsche auf verständliche und kindgerechte Weise, was Stress im Alltag bedeutet und zeigt einfache Ideen und Strategien, wie sich Kinder stärken und besser mit Stress umgehen können.
     

Caritas Schwarzwald‑Alb‑Donau – Psychologische Familien‑ und Lebensberatung

Beratung bei Erziehungsfragen, familiären Konflikten oder psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen. Gespräche sind auch für Eltern oder Familien möglich.

Informations‑, Beratungs‑ und Beschwerdestelle (IBB) Landkreis Rottweil                

Beratung für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Die Stelle informiert über passende Hilfsangebote und unterstützt bei Fragen oder Problemen mit Behandlungen.

Sozialpsychiatrischer Dienst am Vinzenz‑von‑Paul‑Hospital                                        

Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörige, z. B. Beratung, Begleitung im Alltag oder Hilfe im Umgang mit Behörden.


Weitere mögliche Unterstützung

  • Beratungsstellen bei Suchtproblemen (z. B. Fachstelle Sucht Rottweil) bieten vertrauliche und kostenfreie Beratung
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Landkreis können diagnostische Abklärung und Therapie anbieten

Anonyme Beratung (bundesweit)

  • Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ – 116 111 - Kostenlose und anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche bei Sorgen oder Krisen